Physiotherapie Langmair in Linz

Faszientraining

Faszientraining Struktur und Wirkung – nach Dr. Robert Schleip

Die Struktur,
Faszien sind bindegewebige Strukturen, zu denen Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln gehören. Dieses Bindegewebe besteht im Wesentlichen aus Eiweißbausteinen, Kollagen und Wasser.
Eine der größten Faszien befindet sich unter der Haut und stellt eine gleitende Schicht zwischen den Muskeln und der Haut dar.
Das Fasziengeflecht geht viel tiefer in den Körper hinein und ist somit in zahlreichen Ausprägungen und Formen erkennbar.
Sie umhüllen ganze Muskelgruppen, Muskelstränge, Muskelfasern, bilden sogar stützende Trennwände im Muskel, die so genannten Septen, die an das Innenleben einer Orange erinnern.
Dieses „Faszien-Netzwerk“ durchzieht den gesamten Körper von oben bis unten.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass mit aktiver Bewegung und geziehlten Bewegungsabläufen der Körper beweglicher wird als mit der reinen passiven Dehnung.

Bildlich stellen sich die Faszien bei sportlichen und jungen Menschen gitterförmig dar, dagegen kommt es bei Bewegungsmangel und im Alter zu einer Verfilzung der Faszien. (10) Die faszialen Gewebe bei jungen Menschen haben eine ausgeprägte Wellenstruktur, die an elastisch-schwingende Federn erinnern.
Somit wird die Jugend mit elastischer Dynamik verbunden, denn je älter der Mensch wird, desto stärker geht diese wellenartige Struktur und somit die Elastizität verloren.(1)
Es spricht allerdings nichts gegen ein „spätes“ Einsteigen in diese Trainingsform, denn gehört man einmal zum bewegungsarmen Schreibtischtäter oder wird durch altersbedingte Schonhaltung verhindert,
entwickeln sich zunehmend die so genannten „Cross-Links“, die die ungeordnete und planlose Querverbindung der Faszienstruktur darstellen.
Dies führt zum Elastizitätsverlust, zum erschwerten Gleiten und zu Verklebungen.(2)

In den vergangenen Jahren hat die Faszienforschung nachgewiesen, dass unser Bindegewebe nur dann geschmeidig und kraftvoll wird oder bleibt, wenn wir den Faszien viele unterschiedliche Reize und Impulse anbieten, also viele
unterschiedliche Reize des Trainings/ Therapie setzen und somit alle Bewegungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Ob nun reine Mobilisation, oder doch Sprung- und Schwungtechniken zu Einsatz kommen, die unterschiedlichen Dehnreizvariationen sind für die Muskeln besser. Herausragend ist auch die enorme Anpassungsfähigkeit der Faszien.
Durch regelmäßiges Training kann innerhalb von 6-24 Monaten ein starkes und zugleich elastisches Gerüst für den Körper erarbeitet werden.
Energiespeicher und Katapult: Faszie Eine elastische Speicherkapazität der Sehne hängt eindeutig mit ihrer wellenartigen Struktur zusammen.(3,4) Dabei ist allerdings die Trainingsart entscheidend. Bei Gazellen und Kängurus finden wir den Effekt der Energiespeicherung, der Faszie wieder. Denn diese Tiere können viel weiter springen, als man durch die reine Muskelkontraktion ihrer Beine erkennen lässt. Hier werden die Sehnen und Faszien der Beine wie elastische Gummibänder vorgespannt. Wie beim Loslassen eines Gummibands wird der Sprung ermöglicht. (5) Die Achillessehne unter der Lupe Durch moderne Ultraschallgeräte hat man überraschenderweise herausgefunden, dass die Beinfaszien eines Menschen die kinetische Energie ähnlich einer Gazelle speichern können und diese sogar teilweise übertreffen.(6) Bahnbrechend für diese Erkenntnis war, dass der elastische Teil bei gleichmäßigen wippenden und federnden Bewegungen (wie zum Beispiel beim Laufen) nicht die Muskulatur ist – sondern die Achillessehne. Bei solchen Bewegungen arbeitet die Sehne nämlich wie eine Springfeder: die gespeicherte kinetische Energie wird dann zum richtigen Zeitpunkt an den Rest des Körpers weitergegeben. Bedeutet:
1. mehr Leistungsfähigkeit
2. ökonomischeres Fortbewegen
3. höhere Reißfestigkeit der Achillessehne, also in der Folge weniger Operationen
Um also diesen Effekt ausnutzen zu können, müssen die Bewegungen elastisch und federnd sein. Wenn man das Springen als Beispiel nimmt, muss erstens die Bodenkontaktzeit extrem gering gehalten und diese Bewegung mit einer gewissen Leichtigkeit durchgeführt werden. Denn bei dieser angespannt bleiben. Die Sehne dagegen verhält sich wie ein federndes Jo-Jo, der die eigentliche Bewegung hervorbringt. (7,8)
Bei gleichförmigen und langsamen Bewegungen dagegen, wie beim Fahrradfahren, kontrahiert der Skelettmuskel selbst und leitet die produzierte Kraft über die passive Sehne an den Knochen weiter, so dass das Gelenk bewegt wird.
Der Muskel verändert seine Länge, aber die Sehne behält ihre Länge bei. Dadurch kann kein Katapult-Effekt entstehen.

Literatur-und Quellenangabe
1. Staubesand et al., (1997). La structure find de l’aponévrose jambière. Phlebol 50, S. 105-113
2. Jarvinen et al. (2002). Organization and distribution of intramuscular connective tissue in normal and immobilized skeletal muscles. Journal of Muscle Reserche and Cell Motility 23 (3), S. 245-254
3. Wood et al, (1988). The effect of exercice and anabolic steroides oft he rat tendon. The American Journal of Sports Medicine 16 (2), S. 153-158
4. Jarvinen et al. (2002) (s. 2)
5. Schleip, Müller (2011). Faszien Fitness. Faszien-orientiertes Training für Sport, Gymnastik und Bewegungstherapie. Terra Rosa E-Magazine, Issue Nr.7, S. 1-11
6. Sawicki et al. (2009). It pays to have a spring in your step. Exercises and Sports sciences Reviews 37 (3), S. 130-138
7. Fukunaga et al. (2002). Muscle and tendon interaction during human movements. Exercises and Sports sciences Reviews 30 (3), S. 106-110
8. Kawakami et al. (2002). In vivo muscles fibre behavior during countermovement exercices in humans reveals a significant role for dendon elasticity. The Journal of Physiology 240 (2), S. 635-646
9. www.fascial-fitness.de
10. Müller & Schleip – Terra Rosa 2007
11. Dr Robert Schleip mit Johanna Bayer – Faszien Fitness – Riva Verlag ISBN 978-3-86883-483-3

Originally posted 2015-02-06 16:27:51.

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Faszientraining Struktur und Wirkung – nach Dr. Robert Schleip

Die Struktur,
Faszien sind bindegewebige Strukturen, zu denen Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln gehören. Dieses Bindegewebe besteht im Wesentlichen aus Eiweißbausteinen, Kollagen und Wasser.
Eine der größten Faszien befindet sich unter der Haut und stellt eine gleitende Schicht zwischen den Muskeln und der Haut dar.
Das Fasziengeflecht geht viel tiefer in den Körper hinein und ist somit in zahlreichen Ausprägungen und Formen erkennbar.
Sie umhüllen ganze Muskelgruppen, Muskelstränge, Muskelfasern, bilden sogar stützende Trennwände im Muskel, die so genannten Septen, die an das Innenleben einer Orange erinnern.
Dieses „Faszien-Netzwerk“ durchzieht den gesamten Körper von oben bis unten.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass mit aktiver Bewegung und geziehlten Bewegungsabläufen der Körper beweglicher wird als mit der reinen passiven Dehnung.

Bildlich stellen sich die Faszien bei sportlichen und jungen Menschen gitterförmig dar, dagegen kommt es bei Bewegungsmangel und im Alter zu einer Verfilzung der Faszien. (10) Die faszialen Gewebe bei jungen Menschen haben eine ausgeprägte Wellenstruktur, die an elastisch-schwingende Federn erinnern.
Somit wird die Jugend mit elastischer Dynamik verbunden, denn je älter der Mensch wird, desto stärker geht diese wellenartige Struktur und somit die Elastizität verloren.(1)
Es spricht allerdings nichts gegen ein „spätes“ Einsteigen in diese Trainingsform, denn gehört man einmal zum bewegungsarmen Schreibtischtäter oder wird durch altersbedingte Schonhaltung verhindert,
entwickeln sich zunehmend die so genannten „Cross-Links“, die die ungeordnete und planlose Querverbindung der Faszienstruktur darstellen.
Dies führt zum Elastizitätsverlust, zum erschwerten Gleiten und zu Verklebungen.(2)

In den vergangenen Jahren hat die Faszienforschung nachgewiesen, dass unser Bindegewebe nur dann geschmeidig und kraftvoll wird oder bleibt, wenn wir den Faszien viele unterschiedliche Reize und Impulse anbieten, also viele
unterschiedliche Reize des Trainings/ Therapie setzen und somit alle Bewegungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Ob nun reine Mobilisation, oder doch Sprung- und Schwungtechniken zu Einsatz kommen, die unterschiedlichen Dehnreizvariationen sind für die Muskeln besser. Herausragend ist auch die enorme Anpassungsfähigkeit der Faszien.
Durch regelmäßiges Training kann innerhalb von 6-24 Monaten ein starkes und zugleich elastisches Gerüst für den Körper erarbeitet werden.
Energiespeicher und Katapult: Faszie Eine elastische Speicherkapazität der Sehne hängt eindeutig mit ihrer wellenartigen Struktur zusammen.(3,4) Dabei ist allerdings die Trainingsart entscheidend. Bei Gazellen und Kängurus finden wir den Effekt der Energiespeicherung, der Faszie wieder. Denn diese Tiere können viel weiter springen, als man durch die reine Muskelkontraktion ihrer Beine erkennen lässt. Hier werden die Sehnen und Faszien der Beine wie elastische Gummibänder vorgespannt. Wie beim Loslassen eines Gummibands wird der Sprung ermöglicht. (5) Die Achillessehne unter der Lupe Durch moderne Ultraschallgeräte hat man überraschenderweise herausgefunden, dass die Beinfaszien eines Menschen die kinetische Energie ähnlich einer Gazelle speichern können und diese sogar teilweise übertreffen.(6) Bahnbrechend für diese Erkenntnis war, dass der elastische Teil bei gleichmäßigen wippenden und federnden Bewegungen (wie zum Beispiel beim Laufen) nicht die Muskulatur ist – sondern die Achillessehne. Bei solchen Bewegungen arbeitet die Sehne nämlich wie eine Springfeder: die gespeicherte kinetische Energie wird dann zum richtigen Zeitpunkt an den Rest des Körpers weitergegeben. Bedeutet:
1. mehr Leistungsfähigkeit
2. ökonomischeres Fortbewegen
3. höhere Reißfestigkeit der Achillessehne, also in der Folge weniger Operationen
Um also diesen Effekt ausnutzen zu können, müssen die Bewegungen elastisch und federnd sein. Wenn man das Springen als Beispiel nimmt, muss erstens die Bodenkontaktzeit extrem gering gehalten und diese Bewegung mit einer gewissen Leichtigkeit durchgeführt werden. Denn bei dieser angespannt bleiben. Die Sehne dagegen verhält sich wie ein federndes Jo-Jo, der die eigentliche Bewegung hervorbringt. (7,8)
Bei gleichförmigen und langsamen Bewegungen dagegen, wie beim Fahrradfahren, kontrahiert der Skelettmuskel selbst und leitet die produzierte Kraft über die passive Sehne an den Knochen weiter, so dass das Gelenk bewegt wird.
Der Muskel verändert seine Länge, aber die Sehne behält ihre Länge bei. Dadurch kann kein Katapult-Effekt entstehen.

Literatur-und Quellenangabe
1. Staubesand et al., (1997). La structure find de l’aponévrose jambière. Phlebol 50, S. 105-113
2. Jarvinen et al. (2002). Organization and distribution of intramuscular connective tissue in normal and immobilized skeletal muscles. Journal of Muscle Reserche and Cell Motility 23 (3), S. 245-254
3. Wood et al, (1988). The effect of exercice and anabolic steroides oft he rat tendon. The American Journal of Sports Medicine 16 (2), S. 153-158
4. Jarvinen et al. (2002) (s. 2)
5. Schleip, Müller (2011). Faszien Fitness. Faszien-orientiertes Training für Sport, Gymnastik und Bewegungstherapie. Terra Rosa E-Magazine, Issue Nr.7, S. 1-11
6. Sawicki et al. (2009). It pays to have a spring in your step. Exercises and Sports sciences Reviews 37 (3), S. 130-138
7. Fukunaga et al. (2002). Muscle and tendon interaction during human movements. Exercises and Sports sciences Reviews 30 (3), S. 106-110
8. Kawakami et al. (2002). In vivo muscles fibre behavior during countermovement exercices in humans reveals a significant role for dendon elasticity. The Journal of Physiology 240 (2), S. 635-646
9. www.fascial-fitness.de
10. Müller & Schleip – Terra Rosa 2007
11. Dr Robert Schleip mit Johanna Bayer – Faszien Fitness – Riva Verlag ISBN 978-3-86883-483-3

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Faszientraining Struktur und Wirkung – nach Dr. Robert Schleip

Die Struktur,
Faszien sind bindegewebige Strukturen, zu denen Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln gehören. Dieses Bindegewebe besteht im Wesentlichen aus Eiweißbausteinen, Kollagen und Wasser.
Eine der größten Faszien befindet sich unter der Haut und stellt eine gleitende Schicht zwischen den Muskeln und der Haut dar.
Das Fasziengeflecht geht viel tiefer in den Körper hinein und ist somit in zahlreichen Ausprägungen und Formen erkennbar.
Sie umhüllen ganze Muskelgruppen, Muskelstränge, Muskelfasern, bilden sogar stützende Trennwände im Muskel, die so genannten Septen, die an das Innenleben einer Orange erinnern.
Dieses „Faszien-Netzwerk“ durchzieht den gesamten Körper von oben bis unten.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass mit aktiver Bewegung und geziehlten Bewegungsabläufen der Körper beweglicher wird als mit der reinen passiven Dehnung.

Bildlich stellen sich die Faszien bei sportlichen und jungen Menschen gitterförmig dar, dagegen kommt es bei Bewegungsmangel und im Alter zu einer Verfilzung der Faszien. (10) Die faszialen Gewebe bei jungen Menschen haben eine ausgeprägte Wellenstruktur, die an elastisch-schwingende Federn erinnern.
Somit wird die Jugend mit elastischer Dynamik verbunden, denn je älter der Mensch wird, desto stärker geht diese wellenartige Struktur und somit die Elastizität verloren.(1)
Es spricht allerdings nichts gegen ein „spätes“ Einsteigen in diese Trainingsform, denn gehört man einmal zum bewegungsarmen Schreibtischtäter oder wird durch altersbedingte Schonhaltung verhindert,
entwickeln sich zunehmend die so genannten „Cross-Links“, die die ungeordnete und planlose Querverbindung der Faszienstruktur darstellen.
Dies führt zum Elastizitätsverlust, zum erschwerten Gleiten und zu Verklebungen.(2)

In den vergangenen Jahren hat die Faszienforschung nachgewiesen, dass unser Bindegewebe nur dann geschmeidig und kraftvoll wird oder bleibt, wenn wir den Faszien viele unterschiedliche Reize und Impulse anbieten, also viele
unterschiedliche Reize des Trainings/ Therapie setzen und somit alle Bewegungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Ob nun reine Mobilisation, oder doch Sprung- und Schwungtechniken zu Einsatz kommen, die unterschiedlichen Dehnreizvariationen sind für die Muskeln besser. Herausragend ist auch die enorme Anpassungsfähigkeit der Faszien.
Durch regelmäßiges Training kann innerhalb von 6-24 Monaten ein starkes und zugleich elastisches Gerüst für den Körper erarbeitet werden.
Energiespeicher und Katapult: Faszie Eine elastische Speicherkapazität der Sehne hängt eindeutig mit ihrer wellenartigen Struktur zusammen.(3,4) Dabei ist allerdings die Trainingsart entscheidend. Bei Gazellen und Kängurus finden wir den Effekt der Energiespeicherung, der Faszie wieder. Denn diese Tiere können viel weiter springen, als man durch die reine Muskelkontraktion ihrer Beine erkennen lässt. Hier werden die Sehnen und Faszien der Beine wie elastische Gummibänder vorgespannt. Wie beim Loslassen eines Gummibands wird der Sprung ermöglicht. (5) Die Achillessehne unter der Lupe Durch moderne Ultraschallgeräte hat man überraschenderweise herausgefunden, dass die Beinfaszien eines Menschen die kinetische Energie ähnlich einer Gazelle speichern können und diese sogar teilweise übertreffen.(6) Bahnbrechend für diese Erkenntnis war, dass der elastische Teil bei gleichmäßigen wippenden und federnden Bewegungen (wie zum Beispiel beim Laufen) nicht die Muskulatur ist – sondern die Achillessehne. Bei solchen Bewegungen arbeitet die Sehne nämlich wie eine Springfeder: die gespeicherte kinetische Energie wird dann zum richtigen Zeitpunkt an den Rest des Körpers weitergegeben. Bedeutet:
1. mehr Leistungsfähigkeit
2. ökonomischeres Fortbewegen
3. höhere Reißfestigkeit der Achillessehne, also in der Folge weniger Operationen
Um also diesen Effekt ausnutzen zu können, müssen die Bewegungen elastisch und federnd sein. Wenn man das Springen als Beispiel nimmt, muss erstens die Bodenkontaktzeit extrem gering gehalten und diese Bewegung mit einer gewissen Leichtigkeit durchgeführt werden. Denn bei dieser angespannt bleiben. Die Sehne dagegen verhält sich wie ein federndes Jo-Jo, der die eigentliche Bewegung hervorbringt. (7,8)
Bei gleichförmigen und langsamen Bewegungen dagegen, wie beim Fahrradfahren, kontrahiert der Skelettmuskel selbst und leitet die produzierte Kraft über die passive Sehne an den Knochen weiter, so dass das Gelenk bewegt wird.
Der Muskel verändert seine Länge, aber die Sehne behält ihre Länge bei. Dadurch kann kein Katapult-Effekt entstehen.

Literatur-und Quellenangabe
1. Staubesand et al., (1997). La structure find de l’aponévrose jambière. Phlebol 50, S. 105-113
2. Jarvinen et al. (2002). Organization and distribution of intramuscular connective tissue in normal and immobilized skeletal muscles. Journal of Muscle Reserche and Cell Motility 23 (3), S. 245-254
3. Wood et al, (1988). The effect of exercice and anabolic steroides oft he rat tendon. The American Journal of Sports Medicine 16 (2), S. 153-158
4. Jarvinen et al. (2002) (s. 2)
5. Schleip, Müller (2011). Faszien Fitness. Faszien-orientiertes Training für Sport, Gymnastik und Bewegungstherapie. Terra Rosa E-Magazine, Issue Nr.7, S. 1-11
6. Sawicki et al. (2009). It pays to have a spring in your step. Exercises and Sports sciences Reviews 37 (3), S. 130-138
7. Fukunaga et al. (2002). Muscle and tendon interaction during human movements. Exercises and Sports sciences Reviews 30 (3), S. 106-110
8. Kawakami et al. (2002). In vivo muscles fibre behavior during countermovement exercices in humans reveals a significant role for dendon elasticity. The Journal of Physiology 240 (2), S. 635-646
9. www.fascial-fitness.de
10. Müller & Schleip – Terra Rosa 2007
11. Dr Robert Schleip mit Johanna Bayer – Faszien Fitness – Riva Verlag ISBN 978-3-86883-483-3

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Faszientraining Struktur und Wirkung – nach Dr. Robert Schleip

Die Struktur,
Faszien sind bindegewebige Strukturen, zu denen Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln gehören. Dieses Bindegewebe besteht im Wesentlichen aus Eiweißbausteinen, Kollagen und Wasser.
Eine der größten Faszien befindet sich unter der Haut und stellt eine gleitende Schicht zwischen den Muskeln und der Haut dar.
Das Fasziengeflecht geht viel tiefer in den Körper hinein und ist somit in zahlreichen Ausprägungen und Formen erkennbar.
Sie umhüllen ganze Muskelgruppen, Muskelstränge, Muskelfasern, bilden sogar stützende Trennwände im Muskel, die so genannten Septen, die an das Innenleben einer Orange erinnern.
Dieses „Faszien-Netzwerk“ durchzieht den gesamten Körper von oben bis unten.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass mit aktiver Bewegung und geziehlten Bewegungsabläufen der Körper beweglicher wird als mit der reinen passiven Dehnung.

Bildlich stellen sich die Faszien bei sportlichen und jungen Menschen gitterförmig dar, dagegen kommt es bei Bewegungsmangel und im Alter zu einer Verfilzung der Faszien. (10) Die faszialen Gewebe bei jungen Menschen haben eine ausgeprägte Wellenstruktur, die an elastisch-schwingende Federn erinnern.
Somit wird die Jugend mit elastischer Dynamik verbunden, denn je älter der Mensch wird, desto stärker geht diese wellenartige Struktur und somit die Elastizität verloren.(1)
Es spricht allerdings nichts gegen ein „spätes“ Einsteigen in diese Trainingsform, denn gehört man einmal zum bewegungsarmen Schreibtischtäter oder wird durch altersbedingte Schonhaltung verhindert,
entwickeln sich zunehmend die so genannten „Cross-Links“, die die ungeordnete und planlose Querverbindung der Faszienstruktur darstellen.
Dies führt zum Elastizitätsverlust, zum erschwerten Gleiten und zu Verklebungen.(2)

In den vergangenen Jahren hat die Faszienforschung nachgewiesen, dass unser Bindegewebe nur dann geschmeidig und kraftvoll wird oder bleibt, wenn wir den Faszien viele unterschiedliche Reize und Impulse anbieten, also viele
unterschiedliche Reize des Trainings/ Therapie setzen und somit alle Bewegungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Ob nun reine Mobilisation, oder doch Sprung- und Schwungtechniken zu Einsatz kommen, die unterschiedlichen Dehnreizvariationen sind für die Muskeln besser. Herausragend ist auch die enorme Anpassungsfähigkeit der Faszien.
Durch regelmäßiges Training kann innerhalb von 6-24 Monaten ein starkes und zugleich elastisches Gerüst für den Körper erarbeitet werden.
Energiespeicher und Katapult: Faszie Eine elastische Speicherkapazität der Sehne hängt eindeutig mit ihrer wellenartigen Struktur zusammen.(3,4) Dabei ist allerdings die Trainingsart entscheidend. Bei Gazellen und Kängurus finden wir den Effekt der Energiespeicherung, der Faszie wieder. Denn diese Tiere können viel weiter springen, als man durch die reine Muskelkontraktion ihrer Beine erkennen lässt. Hier werden die Sehnen und Faszien der Beine wie elastische Gummibänder vorgespannt. Wie beim Loslassen eines Gummibands wird der Sprung ermöglicht. (5) Die Achillessehne unter der Lupe Durch moderne Ultraschallgeräte hat man überraschenderweise herausgefunden, dass die Beinfaszien eines Menschen die kinetische Energie ähnlich einer Gazelle speichern können und diese sogar teilweise übertreffen.(6) Bahnbrechend für diese Erkenntnis war, dass der elastische Teil bei gleichmäßigen wippenden und federnden Bewegungen (wie zum Beispiel beim Laufen) nicht die Muskulatur ist – sondern die Achillessehne. Bei solchen Bewegungen arbeitet die Sehne nämlich wie eine Springfeder: die gespeicherte kinetische Energie wird dann zum richtigen Zeitpunkt an den Rest des Körpers weitergegeben. Bedeutet:
1. mehr Leistungsfähigkeit
2. ökonomischeres Fortbewegen
3. höhere Reißfestigkeit der Achillessehne, also in der Folge weniger Operationen
Um also diesen Effekt ausnutzen zu können, müssen die Bewegungen elastisch und federnd sein. Wenn man das Springen als Beispiel nimmt, muss erstens die Bodenkontaktzeit extrem gering gehalten und diese Bewegung mit einer gewissen Leichtigkeit durchgeführt werden. Denn bei dieser angespannt bleiben. Die Sehne dagegen verhält sich wie ein federndes Jo-Jo, der die eigentliche Bewegung hervorbringt. (7,8)
Bei gleichförmigen und langsamen Bewegungen dagegen, wie beim Fahrradfahren, kontrahiert der Skelettmuskel selbst und leitet die produzierte Kraft über die passive Sehne an den Knochen weiter, so dass das Gelenk bewegt wird.
Der Muskel verändert seine Länge, aber die Sehne behält ihre Länge bei. Dadurch kann kein Katapult-Effekt entstehen.

Literatur-und Quellenangabe
1. Staubesand et al., (1997). La structure find de l’aponévrose jambière. Phlebol 50, S. 105-113
2. Jarvinen et al. (2002). Organization and distribution of intramuscular connective tissue in normal and immobilized skeletal muscles. Journal of Muscle Reserche and Cell Motility 23 (3), S. 245-254
3. Wood et al, (1988). The effect of exercice and anabolic steroides oft he rat tendon. The American Journal of Sports Medicine 16 (2), S. 153-158
4. Jarvinen et al. (2002) (s. 2)
5. Schleip, Müller (2011). Faszien Fitness. Faszien-orientiertes Training für Sport, Gymnastik und Bewegungstherapie. Terra Rosa E-Magazine, Issue Nr.7, S. 1-11
6. Sawicki et al. (2009). It pays to have a spring in your step. Exercises and Sports sciences Reviews 37 (3), S. 130-138
7. Fukunaga et al. (2002). Muscle and tendon interaction during human movements. Exercises and Sports sciences Reviews 30 (3), S. 106-110
8. Kawakami et al. (2002). In vivo muscles fibre behavior during countermovement exercices in humans reveals a significant role for dendon elasticity. The Journal of Physiology 240 (2), S. 635-646
9. www.fascial-fitness.de
10. Müller & Schleip – Terra Rosa 2007
11. Dr Robert Schleip mit Johanna Bayer – Faszien Fitness – Riva Verlag ISBN 978-3-86883-483-3

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